Gebäudestandards

Gebäudestandards stufen Gebäude anhand ihres jährlichen spezifischen Energiebedarfs (zumeist der Primärenergie) ein. Mit der 1. Wärmeschutzverordnung begrenzte der Gesetzgeber erstmals 1977 die maximalen Wärmedurchgangskoeffizienten von Bauteilen und damit die Wärmeverluste der Gebäudehülle. Seit 2002 regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV) sowohl die energetische Bauteilqualität, als auch die Anlagentechnik (Heizung, Lüftung) eines Gebäudes. Im Energieausweis werden Gebäude, ähnlich wie Haushaltsgeräte, in Energieeffizienzklassen eingeteilt. So können gerade Gebäude aus dem Bestand im Hinblick auf ihr energetisches Niveau besser miteinander verglichen werden. Kauf- und Mietinteressenten sollen so auf den ersten Blick einen fundierten Eindruck vom energetischen Zustand eines Gebäudes erhalten.
In vielen Fällen ist es mittel- oder langfristig sogar kostengünstiger über die gesetzlichen Standards hinaus zugehen. Zu diesen gehören z.B. die sogenannten Passiv-, Null oder Plus-Energiehäuser, auf deren Umsetzung sich die Solares Bauen GmbH spezialisiert hat.

Null-Emisisons- oder Null-Energie-Gebäude sind so konzipiert, dass deren Betrieb eine ausgeglichene Schadstoffbilanz aufweist. Dies bedeutet, dass der sehr geringe Energiebedarf solcher Gebäude für Wärme, Kälte und Elektrizität zu 100% regenerativ und damit CO2-neutral bereit gestellt wird. Die Bilanzierung betrachtet dabei jeweils ein vollständiges Betriebsjahr. In der Regel werden im Sommer Überschüsse erzielt, die im Winter durch Fremdbezug aus der öffentlichen Energieversorgung „zurück geholt“ werden.

Leider ist der Begriff „Null-Emission und Null-Energie“ nicht eindeutig definiert. So dass teilweise „nur“ der Energiebedarf für die Heizung betrachtet, der Energiebedarf für elektrische Energie oder Warmwasserbereitung hingegen vernachlässigt wird. Wir verstehen unter Null-Emissionsgebäuden all jene Bauvorhaben, die mindestens so viel Primärenergie „produzieren“ wie deren Betrieb entsprechend der Nachweisverfahren nach EnergieEinsparVerordnung (EnEV) benötigt. Es wird somit der (rechnerische) Energiebedarf für Heizung, Kühlung, Warmwasser, Licht und technischen Anlagen (Pumpen, Ventilatoren) berücksichtigt. Entsprechend dieser Definition haben wir bei solares bauen insgesamt 16 Wohn- und Gewerbeobjekte mit einer Gesamtfläche von 70.000 m² bei der Konzeption, Planung und Realisierung dieses anspruchsvollen Gebäudestandards begleitet.

Einige dieser Objekte konnten sogar diesen Standard übertreffen und erzeugen mehr Energie als diese über alle Energieträger (Wärme,  Kälte, Elektrizität) benötigen.

Referenzbeispiele
Solvis I/II: Neubau und Erweiterung Produktions- und Verwaltungsgebäude / Braunschweig

juwi AG Firmensitz (Bauabschnitt I bis III) / Wörrstadt

Seoul Zero Emission / Seoul (Süd-Korea)

Zentrales Kunstdepot / Freiburg

Unter Energie-Plus-Gebäuden oder Plus-Energie-Gebäuden sind alle jene Gebäude zu verstehen, die einen „Energieüberschuss“ erzielen und somit mehr Energie produzieren als zu deren Betrieb benötigt wird. Die Bilanzierung betrachtet dabei jeweils ein vollständiges Betriebsjahr. In der Regel werden im Sommer Überschüsse erzielt, die im Winter durch Fremdbezug aus der öffentlichen Energieversorgung „zurück geholt“ werden.

Der Unterschied zum „Null-Energie- und Null-Emissionsstandards“ ist marginal. Letztlich genügt ein Quadratmeter einer Photovoltaikanlage um aus einem Null-Emissionsgebäude ein Plus-Energie-Gebäude zu machen. Leider ist auch hier keine eindeutige Definition vorhanden. Oftmals werden Häuser als Plus-Energie-Haus bezeichnet obwohl Sie nur einen Überschuss hinsichtlich des Energiebedarfs für die Wärme (Heizung, Warmwasser) erzeugen.

Wir bei solares bauen verstehen unter Plus-Energie-Häusern all jene Objekte, die über alle Energieträger (Wärme, Kälte, und elektrische Energie) einen Überschuss erzielen.

Referenzbeispiele

Solvis I/II: Neubau und Erweiterung Produktions- und Verwaltungsgebäude / Braunschweig
juwi AG Firmensitz (Bauabschnitt I bis III) / Wörrstadt

Seoul Zero Emission / Seoul (Süd-Korea)

Zentrales Kunstdepot / Freiburg

 

 

Nach der Definition des Passivhaus-Institutes ist ein Passivhaus ein Gebäude, bei dem die Wärmeverluste derart stark verringert werden, dass eine herkömmliche Heizung gar nicht mehr erforderlich ist. Durch die sehr geringe Heizlast kann die dann noch erforderliche kleine "Restheizung" über eine Nacherwärmung der Zuluft zugeführt werden. Die wesentlichen Kriterien für ein Passivhaus sind ein Jahresheizwärmebedarf von max. 15 kWh/(m2*a) und ein Primärenergiebedarf < 120 kWh/(m2*a). Das Ziel kann durch die Maßnahmen sehr gute Wärmedämmung, Passivhausfenster, luftdichte Gebäudehülle, wärmebrückenfreie Konstruktion und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erreicht werden.

Für eine Zertifizierung als Passivhaus muss die Einhaltung der Bedingungen durch einen rechnerischen Nachweis mit dem PHPP-Rechenprogramm erfolgen. Wir sind qualifizierte Passivhaus-Planer und führen die Beratung hinsichtlich der Bauausführung und den rechnerischen Nachweis durch.

Referenzbeispiele
Sächsisches Landesarchiv / Dresden

Passivhaus-Schule / Essen

 

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) fördert energieeffiziente Gebäude durch zinsverbilligte Kredite und teilweise zusätzlich durch einen Tilgungs­zuschuss. Die Förderung bezieht sich sowohl auf die Errichtung von Neubauten als auch auf die Sanierung von bestehenden Gebäuden. Die Höhe der Förderung orientiert sich an der Energieeffizienz des Gebäudes, das heißt am erreichten energetischen Standard.

Hierfür hat die KfW energetische Standards definiert, die sich an der Berechnung der Gebäude entsprechend der EnEV (Energie-Einspar-Verordnung) orientieren. Kriterien sind zum einen die Transmissionswärmeverluste, also die Qualität der Gebäudehülle, zum anderen der Primärenergieverbrauch, in den auch die eingesetzte Anlagentechnik (Kessel, BHKW, Wärmepumpe) eingeht.

Folgende Effizienz-Standards beschreibt die KfW:

- KfW-Effizienzhaus 100 / 70 / 55 / 40

Aufgrund der gestiegenen Anforderungen gemäß EnEV 2014 ab dem 01.01.2016 entfällt für Neubauten künftig die Förderung für den Standard "KfW-Effizienzhaus 70".

Die Förderung der KfW ist an die Bestätigung der Einhaltung der technischen Mindestanforderungen durch einen Sachverständigen / Energieberater gebunden (Bestätigung zum Kreditantrag).

Wir beraten hinsichtlich der Bauausführung (Dämmstärken, Fensterqualitäten) und der Anlagentechnik (Heizung, Lüftung) unter Berücksichtigung der wirtschaftlichsten Maßnahmen und erstellen die Berechnungen nach EnEV, die erforderlichen rechnerischen Nachweise sowie die Bestätigungen zum Kreditantrag.